Der Kapitän Bernhard meldet sich zu Wort...
Wie Volker schon angeführt hat: Verne hat v.a. bei den Längengraden oft wechselnde Bezugsmeridiane genommen, also außer dem heute verbindlichen Nullmeridian von Greenwich den von Paris, Berlin, Washington oder andere. Dazu hat Jules verne in schöner Regelmäßigkeit Ost und West vertauscht bzw. bei Distanzangaben in Länge manchmal falsch gerechnet. Wobei teilweise diese fehlerhaften Angaben auch auf den Drucker und nicht JV zurückgehen könnten, bzw. im Deutschen auch auf die Übersetzer.
Leider ist der letzte Satz von Volker falsch: die internationale (verbindliche) Seemeile ist rund 1852 Meter lang und ergibt sich aus der Länge einer Winkelminute entsprechend dem 21600sten Teil des mittleren Erdumfanges (40030 km). Das von Volker gegeben Maß könnte sich am Äquatorumfang orientieren. Im Prinzip variert die Länge der Seemeile, wenn Sie in Meter umgerechnet wird, nach der Lage auf der Erdkugel, da diese ja nicht gleichmäßig rund ist. Für die Navigation ist sie dagegen eine feste Einheit, da 1 Seemeile = eine Winkelminute in der Breite, also Nord - Süd - Richtung auf der Erdkugel. (60 Minuten = 1 Grad, 360 Grad ein Kreis / Kugel, also 60 x 360 = 21600 Minuten oder Seemeilen = Erdumfang in Seemeilen) Auf Grund der Tatsache, das die Erde nicht rund sondern ein Elipsoid mit Beulen und Dellen ist ist also die Umrechung in metrische Einheiten ein Problem...)
Zur Fragestellung konkret: Verne hat sich wohl mal verrechnet wenn er Distanzen in Längen - oder Breitengraden beschrieben hat (was selten ist, denn auch er dürfte gewußt haben, das die meisten Leser mit einer Angabe wie "Peking liegt xxx GLängengerade von London entfernt" wenig anzufangen wussten). Meist hat er dann östliche und Westliche Längen nicht richtig zusammengerechnet, also subtrahiert statt addiert. Frag mich jetzt nicht wo er das gemacht hat, aber gesehen habe ich es im Werk. Und wie gesagt hat er gerne West mit Ost vertauscht. Deine Erwähnung der "Verrechnungen" hat aber weniger etwas mit Verne als mit der Tatsache zu tun, daß vor Harrisons Chronometer die Längenmestimmungen kaum zuverlässig durchzuführen waren. Da gibt es ein sehr empfehlenswertes Buch drüber mit dem Titel "Längengrad", ich glaube von Nadolni (???). Such mal "Längengrad" bei Amazon.
Bernhard